Häfen planen Kooperation mit Kanada

Quelle: NGZ-Online / 25. Oktober 2013 / Von Hanna Koch

Neuss. Die Neuss-Düsseldorfer Häfen wollen neue Märkte erschließen. Im kanadischen Halifax wurden Kontakte

Oh, wie schön ist Kanada – das gilt nicht nur für Touristen, sondern auch für Wirtschaftsexperten: 3,5 Prozent Wirtschaftswachstum prognostizieren sie für die Region um Halifax an der kanadischen Westküste in diesem Jahr. Im Vergleich: Für Deutschland liegt die Prognose aktuell bei 0,5 Prozent – und das ist die positive Schätzung der Bundesregierung.

"Für uns ist Halifax daher ein hochinteressanter Standort", sagt Hafensprecher Thomas Düttchen. Dazu kommt ein weiterer entscheidender Faktor: Die kanadische Hafenstadt ist gerade dabei, ihre HinterlandInfrastruktur so auszubauen, dass Waren, die aus Europa in Richtung USA verschifft werden, schneller ankommen, wenn sie über Halifax abgewickelt werden.

Denn über den Seeweg ist Halifax deutlich schneller erreichbar als etwa der Großraum New York: Mit zwei Tagen Vorsprung kommen Schiffe aus Seehäfen wie Rotterdam dort an, innerhalb von 13 Stunden können sie danach in Richtung der amerikanischen Metropole transportiert werden. "In der Logistik ist die Zeit ein entscheidender Faktor", sagt Düttchen, zumal die Zeitersparnis noch größer sei, wenn es darum gehe, Waren ins amerikanische Hinterland, etwa nach Chicago, zu liefern. Die Begeisterung für die Chancen, die Halifax dem Neuss-Düsseldorfer Hafen bietet, wurde vor gut einem Monat bei einer Kanada-Reise geweckt. Die hatte die Kreiswirtschaftsförderung gemeinsam mit den Landeswirtschaftsförderern von NRW-Invest organisiert, um dem Hafen im Rahmen der Kampagne "Germany at its best", die Möglichkeit zu geben, sich in Halifax als Logistikstandort zu präsentieren. "Wir wollten dort vor allem die Aufmerksamkeit auf uns lenken", erzählt Robert Abts, Leiter der Kreiswirtschaftsförderung. Das hat geklappt: "Der Gegenbesuch einer Delegation aus Halifax soll noch in diesem Jahr stattfinden", kündigt Abts an.

Der Hafen von Halifax gehört zu den größten Häfen in Nordamerika. Er wird sowohl von Fracht-, als auch Passagierschiffen angefahren. "Da es ein Tiefseehafen ist, können dort auch sehr große und schwere Schiffe anlanden", erläutert Abts, der gemeinsam mit den Kollegen der Neuss Düsseldorfer Häfen und von NRW.Invest den kanadischen Investoren bei einem Seminar unter dem Titel "Logistics made in North Rhine-Westfalia" die Vorzüge der Region aufzeigte. "Für Handelsbeziehungen sind das optimale Voraussetzungen", meint er. Im Rhein-Kreis sind derzeit vier kanadische und 56 US-amerikanische Unternehmen und Beteiligungen ansässig. "Und wir hoffen auf mehr", sagt Robert Abts.


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